Beratungsprojekte

Der geteilte Consultant – parallele Beratungsprojekte meistern

Erfolgreiche Consultants sind gefragt. Häufig bei mehreren verschiedenen Kunden, oft auch zur gleichen Zeit. Nun hat die Woche aber nur 168 Stunden, besitzen nicht alle Kunden ihren Hauptsitz in Zentral-Deutschland. Wie also am besten vorgehen bei mehr als einem Kunden? Im Beitrag erkläre ich, was Anlass zu einer „Mehrkundenwochen“ ist, worin die Vor- und Nachteile liegen und wie Du am besten von dieser Beauftragungssituation profitierst.

Parallel laufende Kunden – wie es soweit kommen konnte

Grundsätzlich ist es nichts Schlechtes, als Consultant seine Arbeitswoche zwischen mehreren Kunden aufzuteilen. Beschäftigte Berater sind begehrte Berater, sowohl für den Kunden als auch für den Arbeitsmarkt. Wie gerät man als Berater in die Situation in einer Woche für mehrere Kunden gleichzeitig Beratungsprojekte zu stemmen? Nun, Gründe dafür gibt es viele. Nachfolgend eine unvollständige Aufzählung.

  • Wechselzeiten
    Gerade der Start eines neuen bzw. das Auslaufen eines bestehenden Projekts bei unterschiedlichen Clienten bedingt, dass man als Berater noch nicht/nicht mehr 100% vom Kunden benötigt wird.
  • Teilauslastung
    Regelmäßig umfasst ein Beratungsmandat nicht die gesamte Arbeitswoche. In der verbleibenden Zeit kann ein zweiter Client entlastet werden.
  • Kundenwunsch
    Ein Kunde kann es auch explizit wünschen beraten zu werden. Ungern kommt man dieser Bitte nicht nach, fährt dafür das bestehende Engagement leicht zurück und hilft auf Tagesbasis weiter.
  • Wissenstransfer
    Gelegentlich benötigt ein anderes Projektteam das Spezialwissen und die Erfahrung des bereits anderweitig beschäftigten Beraters. Zwecks der internen Wissensweitergabe fährt man übergangsweise zweigleisig.
  • Ersatzspieler
    Möglicherweise fällt im anderen Projekt auch ein Kollege aus, der in Absprache mit beiden Kunden kommissarisch ersetzt wird.
  • Selbstbestimmung
    Ist man beim aktuellen Kunden z.B. wegen der Projektziele, Arbeitsweise oder der Unternehmenskultur unzufrieden, bietet es sich ebenfalls an stufenweise einen Exit durchzuführen.

Die Mehrkundenwoche: Pro & Contra

In mehreren Kundenprojekten parallel unterwegs zu sein hat verschiedene Vor- und Nachteile.
Für Beratungsprojekte bei mehr als einem Clienten spricht aus meiner Sicht:

  • Inhaltliche Abwechslung: Fungiert man bei Kunde A beispielsweise als Projektassistenz, wird bei Kunde B die Rolle des Konzeptentwicklers wahrgenommen.
  • Steilere Lernkurve: Klar, die Chance ist höher bei unterschiedlichen Problemen bei verschiedenen Kunden mehr zu lernen als bei einem.
  • Größeres Kontaktnetzwerk: Was für die Lernkurve gilt, trifft auch für das Kontaktnetzwerk zu. Viel, nützt viel.
  • Effektive Zeitnutzung: Wartet man bei Kunde A auf Input, kann in dieser (teilweise unvermeidbaren) Leerzeit für Kunde B Nutzen gestiftet werden.
  • Mehr Folgeaufträge: Zwei Kunden mit möglichen Folgeaufträgen sind besser als einer.

Wo Licht ist, dort befindet sich häufig auch Schatten. Die Beratung von mehreren Kunden bringt meiner Ansicht nach folgende Nachteile mit sich

  • Höherer Administrationsaufwand: Für Reisen, Stundenzettel, Abrechnungen, Gebäudezungangskarten, IT-Systemkonten, etc.
  • Gesteigerter Stresspegel: Speziell während arbeitsreicher Perioden wollen alle Kunden ihr bezahltes Ergebnis. Am besten noch gestern statt morgen.
  • Langsameres Vorankommen: Koordinationsgespräche und Workshops können nur an bestimmten Wochentagen wahrgenommen werden. Das verlangsamt das Vorankommen.
  • Inhaltliche Doppelbelastung: Zwei Beratungsprojekte, zwei Themen. Das bedeutet Ein- und Ausarbeitung inkl. der häufig doppelten Menge an fachlichen und technischen Details.
  • Organisatorische Doppelbelastung: Was für den Projektinhalt zutrifft, gilt gleichermaßen für das Netzwerk. Mehr Beratungsprojekte, mehr Netzwerkarbeit.

Beratungsprojekte bei mehreren Kunden – 7 Praxistipps

Wie geht der erfolgreiche Berater mit gleichzeitig umzusetzenden Consulting-Mandaten um? Immerhin bezahlen beide Kunden gut, verlangen höchste Ergebnisqualität bei kürzester Ausführungszeit. Im letzten Abschnitt des Beitrags möchte ich meine Tipps mit Dir teilen.

  1. Etabliere einen fester Arbeitsrhythmus und kommuniziere diesen an die Kunden. Nutze beispielsweise Montag und Dienstag für Kunde A, Mittwoch und Donnerstag für Kunde B. Den Freitage dann flexibel, je nach Bedarf.
  2. Vermeide schnelle Sprünge zwischen den Kundenprojekten. Eine Arbeitsstunde, ein Kunde. Fasse dazu die Aufgaben in Kundenarbeitsblöcken zusammen und trage diese hintereinander ab.
  3. Bündele Deine Kommunikation mit dem Kunden. Statt über Tage verteilte E-Mails, kontaktiere die Kunden einmal und bespreche en Bloc die Themen. E-Mailing ist ein asynchrones Kommunikationsmittel.
  4. Minimiere Deine Umrüstzeiten zwischen den Kunden. Das betrifft Reiserouten gleichermaßen wie das technische Equipment. Ein Wechsel zwischen den Kunden sollte möglichst schnell vonstatten gehen.
  5. Sei präzise und verbindlich bei der Aufgaben- und Ergebnisbeschreibung. Was verlangt der Kunde, was nicht? Sind diese Ergebnisse messbar und ist die Qualität abgestimmt? Zeitintensive Nacharbeiten gehen auf Kosten der Wochenenden.
  6. Trenne zwischen den für die Kunden eingesetzten Projektmittel. Das beginnt bei der Projektmappe, dem E-Mailzugangskonto, dem Internetbrowser, etc. Ein Kunde eine (physische bzw. logische) Schublade.
  7. Suche stetig nach Synergien zwischen den Kundenprojekten und nutze diese. Das können zum Beispiel Projektinhalte, Lösungskonzepte oder Aufenthaltsorte während Dienstreisen sein.

Fazit

Die Beratung mehrerer Kunden in einer Arbeitswoche hat seinen Reiz. Man lernt viel und ist nicht nur von einem Unternehmen abhängig. Bezahlt wird diese Situation mit einem Mehr an inhaltlichen und organisatorischen Aufwand.

Consulting-Neulingen empfehle ich die „Mehrkundenwoche“ zu üben. Dazu einfach in Ergänzung zum aktuellen Projekt ein unternehmensinternes Vorhaben in Angriff nehmen. Das kann zum Beispiel die Erstellung eines Angebots, die Verfassung einer Publikation oder die Vorbereitung eines Firmenevents sein. Sollte es zum Jahresende oder kurz vor der Urlaubszeit dann hart auf hart kommen, kann – in Abstimmung mit dem Vorgesetzten – das interne Projekt leicht zurückgefahren werden.

> Welche Erfahrung hast Du mit gleichzeitig laufenden Projekten bei mehreren Kunden gemacht? Hast Du wertvolle Tipps? Teile diese mit uns mit Hilfe der Kommentarfunktion.

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