Brainteaser im Bewerbungsgespräch

Brainteaser im Bewerbungsgespräch – Die fünf wichtigsten Fakten

Was wird von Personalern geliebt und von Jobbewerbern gefürchtet? Richtig, der, Brainteaser. Auch Consulting-Firmen nutzen das Rekruitierungstool um ihre Kandidaten im Umgang mit geistigen Aufgaben zu testen. Doch was machen Brainteaser im Bewerbungsgespräch für Personaler so attraktiv? Und wie kannst Du Dich optimal auf besonders fiese Vertreter vorbereiten? Nach über 30 Bewerbungs- und Rekrutierungsgesprächen erfährst Du im Beitrag die fünf wichtigsten Fakten rund um den Bewerberschreck Brainteaser.

1. Was ist ein Brainteaser?

Der Begriff Brainteaser ist eine Verknüpfung aus den beiden englischen Worten ‚brain‘ (dt.: Gehirn, Verstand) und ‚to tease‘ (dt.: reizen, necken). Brainteaser sind kleine Denksportaufgaben, Rätselfragen bzw. Kopfnüsse die dem Bewerber während des Einstellungsgespräches gestellt werden. Im Regelfall haben sie keinen inhaltlichen Bezug zur künftigen Tätigkeit des Bewerbers, sondern setzen vielmehr bekannte Sachverhalte in ungewohnte Zusammenhänge.

Beliebt sind Brainteaser bei Unternehmen die offene Positionen mit Wissensarbeitern zu besetzen haben. Folglich sind Brainteaser gerade bei Consulting-Firmen sehr gefragt, arbeiten hier doch fast ausschließlich Geistesleister. Auch wenn Unternehmen den Einsatz von Brainteasern zu Gunsten von realen Fallbeispielen etwas zurückfahren (siehe Webtipp), finden die knackigen Rätselaufgaben regelmäßig ihren Platz in den Rekrutierungsverfahren. Die Chancen liegen damit hoch, das Du während Deiner Bewerbung für eine Beraterstelle auf einen Brainteaser triffst.

2. Worin liegen die Ziele eines Brainteasers?

In einem Brainteaser möchte das Unternehmen Deine Fähigkeiten bei der Lösung von intellektuellen Problemen testen. Je nach Frageart werden in mehr oder weniger ausgeprägter Form Dein(e)

  1. Analytisches Denkvermögen,
  2. Strukturiertes Vorgehen auf Basis von Annahmen,
  3. Naturwissenschaftlichen Grundkenntnisse (insb. Mathematik),
  4. Zielstrebigkeit bei gleichzeitiger Souveränität sowie
  5. Kreativität und Querdenken

auf den Prüfstand gestellt. Neben dem erarbeiteten Endergebnis stehen die inhaltliche und emotionale Herangehensweise des Kandidaten bei der Problemlösung im Vordergrund.

3. Welchen Platz nehmen Brainteaser im Bewerbungsgespräch ein?

Meist werden Brainteaser in der zweiten Hälfte des Bewerbungsgespräches gestellt, häufig ohne diesen Aufgabentyp vorher anzukündigen. Typisch sind zwei bis drei Rätsel, wobei die Bearbeitungszeit jeweils zwischen 5 und 15 Minuten variiert. Erwarte nicht, dass der verantwortliche Personaler Dir die Musterlösung verrät. Auch besteht nicht in jedem Fall die Pflicht, dass Du den Brainteaser bis zum Ende durcharbeitest.

Besonders gemein ist es, wenn der Brainteaser im Bewerbungsgespräch ganz am Schluss gestellt wird. Damit prägt er Deinen letzten Eindruck im Job-Interview. Bleibe hier cool, erarbeite die Lösung souverän und schließe Dein Gespräch mit einem positiven Signal ab.

4. Weshalb sind Brainteaser bei Personalern so beliebt?

Um diese Frage zu beantworten versetzen wir uns doch einfach einmal die Rolle eines Human Ressources Mitarbeiters. Für die Verwendung von Brainteasern sprechen aus dessen Sicht folgende Gründe:

Vorbereitungszeit
Brainteaser nebst Musterlösung schlummern gut präpariert in der Schublade, die Vorbereitungszeit konvergiert für den Personaler somit gegen 0. Zudem führt diszipliniertes Sammeln über die Jahre zu einem großen Aufgabenfundus.

Planbarkeit
Mit ihrem zeitlich festen Rahmen von 5-15min eignen sich Brainteaser optimal für das streng durchgetaktete Bewerbungsgespräch. Bleibt im Termin noch etwas Zeit, kann diese mit einer Knobelaufgabe sinnvoll aufgefüllt werden.

Perspektivenvielfalt
Brainteaser decken eine Menge von Bewerberfähigkeiten ab, statt sich nur auf singuläre Aspekte des Kandidaten zu fokussieren. Analytik, Kreativität, mathematische Kenntnisse werden ebenso geprüft wie ein strukturiertes und hartnäckiges Vorgehen.

Vergleichbarkeit
Vorgehen und Ergebnisse zwischen Bewerbern lassen sich perfekt vergleichen. Jeder Kandidat ist mit den identischen Aufgaben bei gleichen Rahmenbedingungen konfrontiert. In der Regel ist kein besonderes Fachwissen erforderlich.

Überraschungsmoment
Brainteaser kann man nicht auswendig lernen sondern nur üben. Somit ist diese Aufgabengattung prädestiniert dafür, Bewerber in eine ungewohnte Lage abseits der einstudierten Komfortzone zu versetzen. In diesen unbekannten und stressigen Situation offenbaren sich die wahren Charaktereigenschaften des Jobaspiranten.

Bei Rekrutierungsgesprächen mit potentiellen Kollegen weiss ich alle fünf Vorteile eines Brainteasers zu schätzen. Mein Wissen über Aufgabe und Lösung gibt mir Gelegenheit, mich fast ausschließlich auf den Kandidaten und dessen Verhalten zu konzentrieren.

5. Wie sollte bei einem Brainteaser vorgegangen werden?

In meinen 10 Bewerbungsgesprächen bei Unternehmensberatungen behelligten mich die verantwortlichen Personaler fast immer mit mind. einem Brainteaser. Folgende fünf generelle Schritte empfehle ich Dir bei der Lösung einer Kopfnuss.

1. Aufgabentext analysieren
Ganz grob betrachtet lässt sich ein Brainteaser einer der folgenden sechs Kategorien zuordnen: Mathematik, Logik, Kreativität, Schätzung, Stochastik und Physik. Im ersten Schritt solltest Du die Kategorie ermitteln, anschließend den Aufgabentext genau und ohne Stress analysieren.

2. Rückfragen stellen
Kluge Rückfragen sind kein Zeichen von Unvermögen sondern Ausdruck eines scharfen Verstandes. Frage bei Unklarheiten daher einfach nach. Was sind die gegebenen Parameter? Welche Größe soll in welcher physikalischen Einheit ermittelt werden? Ist eine bestimmte Operation erlaubt, nur weil diese im Aufgabentext explizit nicht verboten ist?

3. Zusammenfassung geben
Sind alle Unklarheiten ausgeräumt fast Du den Ist- und Ziel-Zustand kurz mit Deinen eigenen Worten zusammen. Damit sind Dein Standort (das gegebene Problem) und Deine Destination (das gewünschte Ergebnis) klar.

4. Lösung erarbeiten
Aufbauend auf den gegebenen Fakten entwirfst Du nun schrittweise eine Lösung. Stütze Dich dabei auf plausible und nachvollziehbare Annahmen, die Du laut und offen kommunizierst.

5. Ergebnis begründen
Hast Du ein Ergebnis ermittelt welches die Anforderungen des Aufgabentextes erfüllt, begründe dieses. Gehe ebenfalls auch noch einmal auf Deine Lösungsmethode ein und wiederhole die getroffenen Annahmen.

Kein unnötiger Stress bei Schritt 1 bis 3. Was nützt Dir eine Lösung für ein Problem, dass Du nur unvollständig oder gar falsch verstanden hast.

Fazit

Als Wissensarbeiter par excellence lieben es die Personaler von Consulting-Firmen ihre Bewerber mit Brainteasern zu konfrontieren. Bevor Du Dich als angehender Consultant ins Bewerbungsgetümmel stürzt, solltest Du für den Umgang mit dem Rekrutierungstool gerüstet sein. Beim Lösen des Teasers gilt: der Weg ist das Ziel, unlösbare Aufgaben gibt es nicht. Damit greift bereits der Brainteaser Deine bevorstehende Projektarbeit als Unternehmensberaters vorweg.

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